Coaching ist wie Musizieren!

musikmachen.pngCoaching ist wie gemeinsames Musizieren. Das ist nämlich meine Lieblings-Freizeitbeschäftigung: Ich spiele Fagott, zum Beispiel hier. Es macht Riesenspaß!

Es beginnt mit dem Einstimmen

Schauen Sie sich mal dieses Youtube-Video an: Ein Orchester stimmt sich ein. Und die Stimmung der Musiker ist grandios! – Beim Einstimmen nehmen alle den Kammerton „a“ auf. Jede_r hört genau hin und sorgt dafür, den Ton genauso zu spielen, wie die Oboe ihn vorgibt. Es geht dabei nicht nur um die Tonhöhe, sondern auch um die Tonqualität. Es soll rein stimmen und schön klingen. Die Klangfarben sollen sich harmonisch mischen. In den ersten Minuten einer Probe und während des Einspielens vor dem Konzert versuchen wir gemeinsam, diese gemeinsame Farbe zu finden. Bis alle gut gestimmt sind und sich gut fühlen.

Auch im Coaching beginnen wir damit, uns aufeinander einzustimmen. Ich höre Ihnen zu. Ich stimme mich auf Sie ein. Ich bemühe mich, Ihre Stimmung aufzunehmen. Ich suche den richtigen Ton, mit dem ich auf Sie reagieren kann, der sich harmonisch mit Ihrem Ton verbindet. Ich gebe wieder, was ich höre und wie ich es höre, so dass wir beide das Gefühl entwickeln, gut aufeinander eingestimmt zu sein. Das ist die Basis für ein gutes Zusammenspiel im Coaching.

Wir arbeiten an der Interpretation

Im Orchester arbeiten wir an einem Stück, im Coaching an Ihrer Situation. Beim gemeinsamen Musizieren lesen wir die Noten, setzen sie zunächst technisch um, bemühen uns dann aber auch um ein tieferes Verständnis, um ein gemeinsames, schlüssiges Gefühl dafür, wie die Musik klingen muss. Unser Dirigent gibt uns Hinweise zum musikgeschichtlichen Hintergrund, zur Aufführungspraxis der Entstehungszeit, zum Leben und Denken des Komponisten und vielem mehr … – So erarbeiten wir uns eine gemeinsame Interpretation des Stücks, die möglichst alle mit tragen und mit verwirklichen können.

Im Coaching bemühen wir uns darum, Ihre Situation zu interpretieren. In der Regel wenden Menschen sich an eine_n Coach, weil sie etwas an ihrer Situation spannungsreich, schwierig, unverständlich, rätselhaft, problematisch … finden. Sie wollen die Situation verändern oder eine ganz neue Situation zu schaffen (sich z.B. beruflich zu verändern, sich in eine neue Rolle hineinzufinden, eine Vision oder einen Plan zu entwickeln usw. …). Ausgangspunkt ist immer die bestehende Situation. – Wir betrachten Ihre Situation gemeinsam, versuchen sie zu „lesen“ und zu verstehen. Ich stelle Ihnen Fragen, die Ihnen helfen, die Situation anders zu betrachten und neu zu verstehen. Manchmal helfen auch zusätzliche Informationen und Konzepte aus Psychologie, Soziologie, Philosophie und den Wirtschaftswissenschaften, Ihre Situation neu zu interpretieren. Sie werden sehen: Ein neues Verständnis der Situation eröffnet neue Handlungsspielräume.

Probieren

Je intensiver wir uns im Orchester mit einem Stück auseinandersetzen, umso mehr Einfälle entstehen, wie man es auch anders spielen könnte. Wir probieren diese Einfälle dann aus, um den besten Weg, die beste Ausdrucksweise zu finden: Etwas, das stimmig ist und für uns alle gut klingt.

Gezielte Fragen und die intensive Auseinandersetzung mit der Situation führen auch im Coaching regelmäßig dazu, dass spontan neue Ideen aufkommen. Es tut sich etwas Neues auf. Es entsteht Lust, etwas Anderes zu probieren. Wie das Orchester ohne Publikum probt, probieren wir im Coaching außerhalb der Realsituation unsere Einfälle aus, ohne uns gleich festzulegen. Wir spielen verschiedene Handlungsmöglichkeiten durch.

Auswählen und gestalten

Nicht umsonst spricht man in der Musik vom „Proben.“ Wir probieren aus, wie verschiedene Aufführungsideen sich anhören. Nach und nach kristallisiert sich eine Version heraus, die „funktioniert“. Darauf legen wir uns fest, um sie auszugestalten. Wir wenden uns nun den Details zu. Alles muss in Einklang gebracht werden.

Auch im Coaching kristallisieren sich im Probieren die Handlungsmöglichkeiten heraus, die am besten funktioniert und zu Ihrer Situation und Person am besten passen. Nachdem Sie eine Wahl getroffen haben, kümmern wir uns um die Details und entwickeln Pläne für Ihr Handeln im „real life“.

Ohne Üben geht es nicht

In jedem Musikstück gibt es schwierige Stellen. Für jede_n sind das wieder andere Passagen. Alle Orchestermitglieder üben „ihre“ Stellen zuhause, bis sie „laufen.“

Auch zum Coachingprozess gehören Übephasen. Neue Verhaltensweisen, eine andere Haltung zu bestimmten Menschen müssen eingeübt werden. Wir vereinbaren miteinander Übungen, in denen Sie Ihr neues Verhalten trainieren können, bis Sie sich damit sicher fühlen. Nach einiger Übung läuft es meist ganz gut!

Aufführung – Performance

Wenn die Probenarbeit beendet ist, wird das Stück aufgeführt. Es kommt in der „realen Welt“ an. Wir laden unser Publikum ein, im Konzert die Musik mit uns zu erleben. Es soll für alle – die Aufführenden und das Publikum – ein schönes, stimmiges Erlebnis werden, das sie stärkt und freut!

Auch das Ziel des Coachingprozesses ist die Performance: das Durchführen des Erprobten, die Veränderung und Umgestaltung der Situation. Sie setzen im „wirklichen Leben“ um, was Sie im Coaching aufgrund Ihres neuen Verständnisses der Situation vorbereitet und erarbeitet haben.

Freude!

Wenn alles gut gelaufen ist (und zum Glück ist das der Normalfall), bringt unser Publikum seine Freude über das schöne Konzert durch Applaus zum Ausdruck. Das Ende eines gelungenen Konzerts ist meist von großer Freude geprägt, sowohl bei den Musikern, als auch beim Publikum. Und natürlich wird der gemeinsame Erfolg gebührend gefeiert!

Auch am Ende eines gelungenen Coachings steht die Freude und Zufriedenheit mit der gefundenen Lösung. Es ist wirklich eine kreative Leistung gewesen, die zu guten Ergebnissen geführt hat. Eine anfangs schwierige Aufgabe ist gemeistert und es ist Ihnen gelungen, Ihre Situation – Ihr eigenes Handeln – umzugestalten, so dass Sie sich (wieder) daran freuen können. Das sollten Sie feiern!