Spielen!

spielen Was war das für eine Freude, als wir noch Kinder waren! Ab in den Sandkasten – eines der größten Ereignisse des kindlichen Alltags. Burgen bauen, Tunnel graben, alles, wenn möglich, irgendwann unter Wasser setzen und nach Herzenslust herummatschen!

Oder ein paar Jahre später: Im Wald und auf der Straße spielen. Wettrennen veranstalten. Immer neue Regeln erfinden. Hütten bauen. Sich verkleiden. Miteinander kämpfen. Sich verstecken und andere beobachten. Hörspiele und Filme erfinden und aufnehmen. Dann die große Vorführung!

Oder mit Farben experimentieren. Mit dem Bleistift kritzeln. Herumsudeln. Einen großen Turm bauen. Das Klettergerüst als Piratenschiff. Pirat sein und andere Schiffe überfallen. Reiche Beute an Land ziehen. Am Schluss alles teilen. Den Turm umwerfen. Zufrieden und schmutzig nach Hause gehen.

Spielen ist keine Spielerei.

Kinder entwickeln im Spiel fast alles: Den Umgang mit Material, den Umgang mit anderen, Kraft und Körperbeherrschung, Probleme intelligent zu lösen, Konflikte auszutragen, Sprache, soziales Verhalten … Und dabei macht es ihnen auch noch Freude!

Auch das Coaching ist ein Spielplatz.

Meist geht es darum, Probleme zu lösen, aus Zwickmühlen herauszukommen, Konflikte zu klären. Wie kann ich das hinkriegen? Der Vorteil des Spiels: Es ist ein „Als-ob.“ Im Spiel wird gekämpft und getötet – als ob! Im Spiel heiratet die Enkelin ihren Opa – als ob! Im Spiel sind die Kinder Piraten und wilde Tiere – als ob!

Das „Als-Ob“ erlaubt, Dinge durchzuspielen, ohne dass etwas passieren kann.

Was wird geschehen, wenn ich meinen Chef anbrülle? Wie wird das auf ihn wirken? – Was wird passieren, wenn ich eine Gehaltserhöhung anspreche? – Was wird geschehen, wenn ich das Format einer Teambesprechung ändere? – Womit muss ich rechnen, wenn ich diesen bestimmten Vorschlag mache? Wie wird mein Mitarbeiter reagieren, wenn ich ihn kritisiere oder lobe? …

Im Coaching spielen wir das durch. Wir können spontane Impulse aufkommen lassen, unmögliche Möglichkeiten durchdenken ausprobieren, auch einmal das tun, was wir immer schon einmal wollten, aber nicht zu tun wagten. Und am Schluss, nach vielem Umarrangieren der Bauklötzchen ist daraus dann doch ein schönes Bauwerk entstanden, bzw. eine gute Idee, wie es tatsächlich klappen kann. Fertig ausprobiert. Mit Freude stoßen wir dann die Häuser und Türme um, verlassen den Spielplatz und machen uns mutig an die Bearbeitung der anderen Wirklichkeit – der, in der tatsächlich etwas passieren wird.